Informative BFF-Veranstaltung zur Stadtplanung

Voller Saal bei „Realitätssinn vs. Wachstumsideologie"

BFF-Fraktion – Mitteilung 86-2017

Im Mittelpunkt der Veranstaltung der Fraktion der Bürger Für Frankfurt (BFF) im Römer am 23. November 2017 stand die Information und Diskussion um den geplanten neuen Stadtteil im Frankfurter Nordwesten. Unter dem Titel „Realitätssinn vs. Wachstumsideologie“ hatte die BFF-Fraktion in den besonders betroffenen Stadtteilen Praunheim und Niederursel zur Veranstaltung im Saalbau Titus-Forum in der Nordweststadt geladen und wurde mit einem sehr gut gefüllten Saal belohnt.

Dass keiner der Besucher unzufrieden den Heimweg antrat, war den ebenso engagierten wie sachkundigen Podiumsteilnehmern wie auch der lebhaften Diskussion zu verdanken, welcher von den Veranstaltern nach guter BFF-Tradition besonders viel Raum gegeben wurde. Der Begrüßung durch den BFF-Fraktionsvorsitzenden Patrick Schenk, der die Besucher ermunterte, stets kritisch zu sein und zu bleiben, wurden vom BFF-Ehrenvorsitzenden und Moderator des Abends, Wolfgang Hübner, die vier Podiumsteilnehmer vorgestellt.

Diese waren Dr. Matthias Mehl, Kreislandwirt aus Nieder-Erlenbach und ehrenamtlicher Stadtrat im Römer; Georg Braun, Fraktionsvorsitzender der im Oberurseler Stadtparlament vertretenen Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG); Karl-Josef Rühl von der Bürgerinitiative „Unser Heimatboden“ sowie Mathias Mund, BFF-Stadtverordneter und Mitglied des Fachausschusses Planen und Bauen im Römer. Schon in ihren ersten Beiträgen ließen die vier Diskutanten keinen Zweifel über ihre Ablehnung des Vorhabens, auf beiden Seiten der Autobahn A5 in bisherigen Landschaftsschutzzonen und auf fruchtbarsten Ackerböden einen riesigen neuen Stadtteil zu bauen.

Dr. Mehl machte auf die Bedeutung der von nie mehr zu revidierender Versiegelung bedrohten Agrarflächen für die regionale Nahversorgung mit Lebensmitteln für die Großstadt Frankfurt hin. Und er brachte in Erinnerung, dass Frankfurt sich nur deshalb zu einer bedeutenden Metropole entwickeln konnte, weil es von fruchtbarster Erde umgeben sei. Doch von dieser gehe immer mehr für Wohnungsbau und Gewerbegebiete verloren, eine unheilvolle Entwicklung.

Georg Braun von der OBG berichtete von der Entschlossenheit seiner Fraktion wie auch vieler Oberurseler Bürgerinnen und Bürger, sich gegen alle Versuche zu wehren, den bisherigen Abstand zur Großstadt Frankfurt durch den neuen Stadtteil aufzugeben. Weder Oberursel noch Steinbach wollten diesen großen Siedlungsbrei, der die Erholungs- und  Freizonen ihrer Kommunen bis zur Unkenntlichkeit zerstören würde. Dass war auch die Auffassung von Karl-Josef Rühl, der sich zusammen mit vielen anderen Menschen aus der Region in der Initiative „Unser Heimatboden vor Frankfurt“ aktiv gegen dessen Betonierung zur Wehr setzt.

Herr Rühl brachte auch grundsätzliche Aspekte des Widerstands gegen den mit erschreckenden Zahlen von Dr. Mehl belegten Schwund landwirtschaftlicher Fläche in Deutschland zur Sprache. Er appellierte an die Besucher, gerade auch im eigenen Verhalten und Verbrauch diese Tatsache besser zu beachten. Der Frankfurter Stadtverordnete Mathias Mund begründete in seinem Beitrag die Haltung der konsequent die Stadtteilpläne ablehnenden BFF-Fraktion. Diese kann nicht erkennen, wie der dort beabsichtigte Wohnungsbau die aktuellen Probleme des starken Bevölkerungswachstums in Frankfurt auch nur ansatzweise lösen könnte. Weiterhin machte er auf die zahlreichen Probleme aufmerksam, die sich in verkehrlicher, ökologischer und auch klimatischer Hinsicht aus der Realisierung dieser Pläne für einen neuen Stadtteil ergeben würden.

An der anschließenden Diskussion beteiligten sich zahlreiche Besucher. Aus allen Beiträgen sprach die Sorge vor den vielfältigen negativen Folgen der geplanten Maßnahmen für Frankfurt und die Umlandgemeinden. Und es wurde auch die Vermutung ausgesprochen, dass es weniger um die Schaffung von Wohnraum sondern mehr um die Profilierung von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) für den bevorstehenden Wahlkampf um das höchste Amt in Frankfurt gehe. Ohnehin könnten nicht alle Menschen, die das wünschten, in Frankfurt leben. Deutlich spürbar war zudem der Wunsch bei den meisten Teilnehmern, diese absehbare Fehlentwicklung durch aktiven Widerstand zu verhindern.

Die Bürger Für Frankfurt werden nach dieser Veranstaltung jedenfalls noch motivierter als bislang schon ihren politischen Beitrag zur Verhinderung eines Projekts leisten, das mehr Probleme verursachen wird als es zu lösen verspricht.