Kein Missbrauch des Gedenkens an den 20. Juli!

BFF nehmen Abstand von Teilnahme an Gedenkstunde

BFF-Fraktion - Mitteilung 29-2019
 
Das alljährliche Gedenken an den gescheiterten Aufstand deutscher Patrioten vom 20. Juli 1944 gegen die verbrecherische Nazi-Herrschaft gehört für alle Demokraten zur selbstverständlichen Pflicht. Deshalb haben die Mandatsträger sowie Mitglieder der Bürger Für Frankfurt BFF über viele Jahre hinweg stets aus tiefer Überzeugung an der Gedenkstunde des 20. Juli in der Paulskirche teilgenommen. Sowohl die Tat als auch das Opfer der Initiatoren dieses Aufstands des Gewissens, insbesondere der Führungspersönlichkeit Claus Schenk Graf von Stauffenberg, sind und bleiben Teil eines lichten Erbes aus der dunkelsten Zeit der deutschen Geschichte.

Die Entscheidung von Oberbürgermeister Feldmann, dem Schriftsteller und aktuellen Stauffenberg-Biographen Stefan Karlauf die diesjährige Rede in der Gedenkstunde der Paulskirche anlässlich der 75. Wiederkehr der dramatischen Ereignisse von 1944 zu übertragen, betrachten die Bürger Für Frankfurt als völlig unpassend, ja als Provokation. In seinem jüngst erschienenen Buch „Stauffenberg - Porträt eines Attentäters“ stellt Karlauf diesen nämlich als willigen Mitläufer der Nationalsozialisten dar, der erst ganz spät und aus fragwürdigen Motiven zum Widerstand gegen das Hitler-Regime gefunden habe.

Aus früheren Biographien und Berichten über das Leben Stauffenbergs ist bereits hinlänglich bekannt, wie widersprüchlich sein Weg als konservativer Offizier aus altem Adel in den Widerstand war. Karlauf entwickelt in seinem Buch jedoch einen einseitig negativen Blick auf den Mann, der mit dem bewusst einkalkulierten Opfer seines noch jungen Lebens - ebenso wie seine dann ebenfalls hingerichteten Mitverschwörer - ein unvergängliches Zeugnis für das andere, bessere Deutschland abgelegt hat. Seine Person, sein Leben und sein Wirken können nur aus der geistigen Situation der damaligen Zeit heraus verstanden werden. Karlauf hat hingegen eine andere Sicht, die durchaus diskutiert werden kann. Eine würdige Gedenkstunde zum 75. Jahrestag ist dafür jedoch aus Sicht der BFF-Fraktion im Römer der völlig ungeeignete Rahmen dafür.

Da wohl nicht ganz zufällig in der Wandelhalle der Paulskirche an diesem Samstag auch eine Ausstellung der kommunistisch dominierten Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) gezeigt wird, ist mit der diesjährigen Gedenkstunde offensichtlich eine ideologisch motivierte Uminterpretation des 20. Juli 1944 durch den linken Sozialdemokraten Feldmann beabsichtigt. Die BFF betrachten das als durchsichtigen politischen Missbrauch des Gedenkens an ein wichtiges Ereignis der deutschen Geschichte und werden daher zum ersten Mal nicht an dieser Gedenkfeier teilnehmen. Es gibt andere Möglichkeiten und Gelegenheiten, der Patrioten und Märtyrer des 20. Juli, darunter auch Sozialdemokraten wie Julius Leber, zu gedenken. Das werden die Bürger Für Frankfurt tun.