Bahnsteigtüren auch in Frankfurt?

BFF-Anfrage vom November 2018 bis heute unbeantwortet

BFF-Fraktion - Mitteilung 34-2019

Unmittelbar nach dem tragischen Unglücksfall vom November 2018 im Frankfurter S-Bahnhof Ostend, bei dem der 17-jährige Schüler Alptug Sözen ums Leben kam, als er zusammen mit einem anderen Mann versuchte, einem im Gleisbett liegenden Mann zu helfen, forderte die BFF-Fraktion im Römer mit ihrem Antrag NR 703 vom 20.11.18 den Magistrat dazu auf, die Einführung von zusätzlichen Sicherheitssystemen für U- und S-Bahnhöfe im Stadtgebiet zu prüfen.

Der BFF-Antrag wurde mit der Mehrheit von CDU, GRÜNE und SPD im Stadtparlament mit dem Auftrag an den Magistrat überwiesen, diesen zu prüfen und entsprechend zu berichten. Mit einer Zustimmung zu diesem einmal mehr ebenso sinnvollen wie berechtigten Antrag der Bürger Für Frankfurt BFF hätte die Koalition sich zwar auch nichts vergeben, aber so ticken Parteipolitiker leider eben.

Nach dem grausamen Mord an einem 8-jährigen Jungen im Frankfurter Hauptbahnhof am Montag dieser Woche, der von einem 40-jährigen Eritreer zusammen mit seiner Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen wurde, wurden sehr schnell die Forderungen laut, an den Bahnsteigen Bahngleistüren zu installieren, wie dies etwa in London, Paris, Shanghai und vielen anderen Städten weltweit bereits der Fall ist.

Abgesehen davon, dass damit einer solchen Maßnahme nur die Wirkung, aber nicht die Ursache bekämpft werden kann, mussten die Bürger Für Frankfurt BFF wieder einmal feststellen, mit Ihrem Antrag vom November 2018 ihrer Zeit vorausgewesen zu sein. Denn darin forderten sie den Magistrat explizit dazu auf zu prüfen und zu berichten, „ ... ob und zu welchen Kosten besonders stark frequentierte S- und U-Bahn-Stationen im Frankfurter Stadtgebiet mit Bahnsteigtüren ausgestattet werden können bzw. welche anderen Möglichkeiten bestehen, unbefugte Personen grundsätzlich vom Gleisbereich fernzuhalten.“

Dass der Magistrat es bis heute nicht geschafft hat, diese Frage der BFF-Fraktion zu beantworten, steht nicht nur angesichts der jüngsten Ereignisse in Frankfurt und Voerde in einem besonders fragwürdigen Licht. Denn mittlerweile hat auch die Stadt München - als erste Stadt in Deutschland - die Einführung von Bahnsteigtüren - in den dortigen U-Bahnhöfen entschieden, der erste Probebetrieb soll im Jahr 2023 am U-Bahnhof Olympiazentrum beginnen. Neben einer erhöhten Sicherheit sollen die Türen auch dazu beitragen, dass das Ein- und Aussteigen schneller vonstattengeht und kein Müll mehr durch den Sog einfahrender Züge in den U-Bahntunnel gezogen wird. Vor allem der Papiermüll sorgt bei Hitzeperioden für eine erhöhte Brandgefahr.

Die BFF-Fraktion fordert den Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling daher aus aktuellem Anlass dazu auf, den Bericht zu diesem Antrag nicht weiter zu verschleppen und nunmehr umgehend vorzulegen. Denn das ist er Alptug Sözen und dem unbegreiflicherweise bislang namenlosen 8-jährigen Jungen vom Frankfurter Hauptbahnhof schuldig!