OB-Kandidatin mit der Wunderwaffe Sozialarbeiter

CDU-Politikerin Weyland keine Alternative zu Feldmann und Stein

BFF-Fraktion - Stellungnahme 71-17

Nach dem Wahlkampf ist bekanntlich stets vor dem Wahlkampf. Nun also hat derjenige um das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters mit dem inszenierten öffentlichen Auftritt der CDU-Kandidatin Bernadette Weyland begonnen. Unter dem Motto „Weyland für Frankfurt: Aufbruch am Main“ will sich die 59jährige Juristin gegen die Mittbewerber Peter Feldmann (SPD), derzeit noch Amtsinhaber, und den unabhängigen Kandidaten Volker Stein bei der Wahl am 25. Februar 2018 durchsetzen. Falls sie nicht mehr zu bieten hat, als das, was sie vorrangig an Themen besetzen will, wird sie jedoch nur geringe Aussichten auf einen Erfolg haben.

Denn die von Frau Weyland genannten Themenschwerpunkte Sicherheit und Sauberkeit werden von dem ehemaligen Stadtrat und FDP-Mitglied Stein wesentlich glaubwürdiger besetzt. Genau das aber sind die Themen, die viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt umtreiben. Zwar ist es richtig, dass sich der selbstverliebte OB Feldmann fast schon demonstrativ wenig für Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt einsetzt. Aber Weyland gehört einer Partei an, die seit vielen Jahren in unterschiedlichsten Koalitionen in der Stadtregierung führend vertreten ist und damit für die großen Mängel in beiden Bereichen selbstverständlich mitverantwortlich ist. Auch hat die CDU-Politikerin in ihrer Zeit als Stadtverordnete keine nennenswerten Aktivitäten unternommen, um die miserablen Zustände zu ändern.

Die Vorstellungen Weylands, mehr Sozialarbeiter einzusetzen, um die skandalösen Verhältnisse auf der Zeil wieder zu verbessern, ist pure Illusion und teuer dazu. Auf der Zeil, aber gewiss nicht nur dort in Frankfurt, muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln schlichtweg wieder Recht und Ordnung durchgesetzt werden. Mit halbherzigen Maßnahmen wird das nicht gehen. Doch Frau Weyland, die schon in Ihrer Zeit als Stadtverordnete gerne mit den Grünen kuschelte, will die Sauberfrau spielen, ohne die Grünen zu verprellen. Das geht allerdings nicht zusammen.

Ihr Angebot, das Integrationsdezernat nach Möglichkeit wieder eigenständig führen zu lassen, ist übrigens eine kaum verhüllte Werbung um die grüne OB-Kandidatin Eskandari-Grünberg und deren Wähler für einen möglichen zweiten Wahlgang. Schließlich war Eskandari-Grünberg lange ehrenamtliche Integrationsdezernentin und hat das  Amt nur ungern für eine  SPD-Politikerin geräumt. Und was die CDU-Kandidatin schlussendlich zum Topthema Wohnungsbau zu sagen hat, ist mehr als wolkig und dürfte dem bauwütigen Amtsinhaber keinerlei Kopfschmerzen bereiten. Frau Weyland mag sympathisch und eloquent auftreten, doch keinesfalls stellt sie die durchsetzungsstarke Persönlichkeit dar, die Frankfurt nach dem hoffentlich bald beendeten Feldmann-Intermezzo im Amt des Oberbürgermeisters jetzt dringend benötigt.