Architekturverbrechen auf dem Paulsplatz verhindern!

BFF kündigen massiven Widerstand gegen Vorplanungen an

BFF-Fraktion - Mitteilung 09-2020

Die vom Frankfurter Architekturbüro Meixner Schlüter Wendt vorgestellten Modelle zur Realisierung eines Demokratiezentrums auf dem Paulsplatz sind ein Schlag ins Gesicht der Paulskirche und damit aller Frankfurterinnen und Frankfurter.

Dabei ist den Architekten noch der geringste Vorwurf zu machen, verstehen sich diese doch in der Regel als kreative Freigeister und wollen sich zumeist selbst verwirklichen. Wobei durchaus die Frage erlaubt sein muss, wie Planer überhaupt auf die Idee kommen, auch nur im Modell ein Gebäude auf dem Paulsplatz zu drapieren, mit dem sie selbst einen „Apple Store“ assoziieren.

Dass Baudezernent Jan Schneider (CDU) solche Gedankenspielereien überhaupt der Öffentlichkeit vorstellt zeigt, wie wenig er befähigt ist, die Aufgabe einer ganzheitlichen und stimmigen Neugestaltung des städtebaulichen Ensembles am Paulsplatz zu lösen.

„Der frühere Frankfurter Oberbürgermeister Walter Wallmann, der das gleiche Parteibuch wie der Baudezernent hatte und in Erwägung zog, die Alte Börse wieder auf dem Paulsplatz zu errichten, würde sich im Grabe herumdrehen, würde er die heute in der Presse veröffentlichten Modelle sehen.“, so der BFF-Fraktionsvorsitzende im Römer, Mathias Mund. „Eine beliebige Showroomarchitektur, die zudem noch versucht, sich mittels des exzessiven Einsatzes von Glas selbst weg zu lügen, hat auf dem Paulsplatz nichts verloren.“, lautet sein Urteil.

Auch wenn der Planungsdezernent betont, man solle den jetzt vorgestellten Entwürfen „keine übertriebene Bedeutung“ beimessen, so hat aus Sicht von Mathias Mund, der auch planungspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist, der Planungsprozess mit diesen unsäglichen Entwürfen bereits eine völlig falsche Richtung eingeschlagen.

„Der Kolumnist Harald Martenstein hat einmal vorgeschlagen, den Straftatbestand ‚Architekturverbrechen‘ einzuführen. Schade, dass man damals nicht auf ihn gehört hat, sonst hätten die Urheber dieser Modelle gestern direkt verhaftet werden können.“, so die lakonische Bemerkung des BFF-Chefs. „Aber in jedem Fall werden wir mit allen Kräften dafür kämpfen, dass dieses Architekturverbrechen im Herzen von Frankfurt verhindert wird.“

Zudem wird sich die BFF-Fraktion auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Blickachse von Nordwesten auf die Paulskirche frei bleibt und dort um die Walter-Kolb-Eiche herum eine innerstädtische Grünfläche entsteht, die den Erfordernissen der Klimaanpassung Rechnung trägt.