Der nächste architektonische Langweiler

Allianz baut an der Alten Oper neu nach schlechtem  Muster

BFF-Fraktion - Stellungnahme 25-16

Zweifellos ist der Opernplatz eines der Schmuckstücke der Stadt Frankfurt. Das ist nicht nur der wiederaufgebauten Alten Oper zu verdanken, sondern auch den reich mit Ornamenten versehenen Gründerzeithäusern an der Ecke zur Hochstraße. Wie durch ein Wunder wurden diese Häuser vom Bombenkrieg verschont. Ihnen schließt sich nun nach langer Bauzeit das neue Luxushotel an, das unansehnliche Nachkriegsbauten endlich ersetzt und recht gelungen in der äußeren Gestaltung ist. Auch einige andere Neubauten rund um den Platz können als akzeptabel bezeichnet werden, wenngleich sie im Vergleich zur Vorkriegsbebauung austauschbare Zweckbauten sind.

Bald soll nun gegenüber der Alten Oper und am Beginn der Taunusanlage gelegen das aus den sechziger Jahren stammende Allianz-Gebäude abgerissen und von einem Neubau ersetzt werden. Den Abriss des grauen Hauses wird niemand bedauern, selbst die in die Nachkriegsmoderne vernarrten Denkmalschützer haben keine Einwände gegen dessen Verschwinden. Nun ist die Entscheidung im Wettbewerb um die Gestaltung des Neubaus gefallen und erste Bilder des Siegerentwurfs des Berliner Büros Baumschlager-Eberle sind in den Zeitungen zu sehen.

Offensichtlich soll an sehr prominenter Stelle Frankfurts ein achtgeschossiges Gebäude errichtet werden, das an ideenloser Gestaltung und optischer Wirkung fader kaum sein könnte. Weder die Ecke zur Hochstraße und Goethestraße hin, noch die Ecke zur Taunusanlage sind gerundet oder anderweitig gestaltet, die Etagen wirken freudlos gestapelt nach dem Motto: Quadratisch, praktisch, maximale Auslastung - und gerade deshalb unendlich fantasielos und furchtbar  langweilig. Gegen diese Planung muss Protest eingelegt werden. Es ist skandalös, dass im Preisgericht Vertreter der Stadt diesem Entwurf zugestimmt haben. Noch kann die Realisierung verhindert werden. Die BFF-Fraktion wird dazu die Initiative ergreifen.