Mehr Zeiten für Sportler statt für „Frauenschwimmen“

Frankfurts Schwimmbäder sind überlastet

BFF-Fraktion - Stellungnahme 09-16


Rund 7500 Frankfurter Bürgerinnen und Bürger sind in Schwimmvereinen organisiert. Die meisten davon haben den Wunsch, möglichst schnell und ungestört in den Becken ihre Bahnen ziehen zu können. Doch das ist immer schwieriger geworden, denn die Zahl der verfügbaren Schwimmbäder hält mit dem raschen Bevölkerungszuwachs nicht Schritt: Die Bäder sind oft überfüllt, dazu mit einem Großteil von Besuchern, die mehr planschenden Spaß und Erfrischung im Wasser suchen als konzentrierte körperliche Bewegung im Kraulen, Brust- oder Rückenschwimmen. Dazu kommen noch wachsende Integrationsprobleme: Islamische Frauen möchten lieber besondere Schwimmzeiten ohne Männer; viele Asylbewerber und Bürgerkriegsflüchtlinge können nicht schwimmen; für die Männer aus dem islamischen Kulturkreis stellt die knappe Badebekleidung hiesiger Frauen nicht selten eine sexuelle Provokation dar.

Die Bäder Betriebe Frankfurt (BBF) versuchen, sich so gut wie möglich auf diese Herausforderungen einzustellen. Allerdings gibt es nach Ansicht der BFF-Fraktion im Römer keinen Grund, religiös motivierten Sonderwünschen in den Schwimmbädern noch mehr als ohnehin schon zu entsprechen. Im Gegenteil: Es sollte künftig unmissverständlich klargestellt und notfalls auch durchgesetzt werden, dass in den von den Frankfurter Steuerzahlern hochsubventionierten öffentlichen Schwimmbädern nur die Regeln und Gebräuche herrschen, die in der deutschen Alltagskultur üblich sind. Deshalb sind wegen der beschränkten Möglichkeiten für Sportschwimmer die reservierten Zeiten für islamisches Frauenschwimmen nicht nur nicht auszuweiten, sondern einzuschränken.  

Es besteht ja bei der großen, weiter wachsenden Zahl von Moslems in Frankfurt durchaus die Möglichkeit, dass diese Bevölkerungsgruppe eigene Schwimmbäder finanziert. Dort kann dann das Schwimmen von Frauen, Männern und auch Kindern in der Weise geregelt werden, wie das den religiösen Vorstellungen gläubiger Moslems entspricht.

Es ist zwar richtig, wenn die Bäder Betriebe Frankfurt nun mit Plakaten für Respekt für Frauen in Badeanzügen und Bikinis werben. Aber diese Tatsache beweist leider auch, dass dazu Anlass besteht. Es wird nicht wenige Frauen geben, die künftig erst gar nicht ausprobieren wollen, ob dieser Respekt bei Männergruppen mit anderem kulturellen Hintergrund auch praktiziert oder notfalls von der Badeaufsicht durchgesetzt wird. Das führt zu einer sozialen Problematik: Finanziell besser ausgestattete Frauen und Familien werden privat geführte Schwimmbäder mit entsprechenden Eintrittspreisen vorziehen. Hingegen werden finanzielle schwächere Bevölkerungskreise weiter auf öffentliche Bäder angewiesen sein oder diese wegen möglicher Konflikte meiden.

Im neuen Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen steht zu dieser Problematik ebenso wenig wie zu der Zeit- und Platznot der Frankfurter Sportschwimmer. Letztere haben jedoch ein Anrecht auf ausreichende Bewegungsmöglichkeiten in den Frankfurter öffentlichen Bädern.