Mobilität: Bürger sind der Politik voraus

Engagierte Beteiligung an BFF-Bürgerdialog

BFF-Fraktion - Mitteilung 52-2019

An insgesamt fünf Abenden waren die Mandatsträger der Bürger Für Frankfurt BFF vergangene Woche in den Frankfurter Stadtbezirken zum Thema Verkehr und Mobilität mit den Bürgerinnen und Bürgern im Gespräch. Den Fragen und Anregungen der Teilnehmer stellten sich ebenfalls der Verkehrssoziologe Alfred Fuhr sowie der Vorsitzende des Bundes der Fußgänger e. V., Bernd Irrgang.

Positiv davon überrascht, dass sie nach einer Begrüßung und zwei kurzen Eingangsstatements direkt zu Wort kommen konnten, machten die Bürger vom Saalmikrofon reichlich Gebrauch und nutzten die Gelegenheit, um etwa ihre persönliche Mobilitätsbiographie vorzustellen. Hierbei wurde deutlich, dass viele schon längst vom Auto in die Bahn, den Bus oder auf das Fahrrad umgestiegen sind.

„Den ersten Schritt, nämlich ihre persönliche Verkehrsmittelwahl zu überdenken oder diese situativ anzupassen, haben die meisten Frankfurter bereits vollzogen. Sie müssen nicht mehr von der Politik überzeugt oder gar missioniert werden, um ihr Mobilitätsverhalten zu ändern. Stattdessen wünschen sie sich einen attraktiveren, leistungsfähigeren und dabei preisgünstigen ÖPNV sowie ein Gesamtverkehrskonzept für Frankfurt/Rhein-Main.“ stellt Alfred Fuhr zusammenfassend fest.

Die großen Themen wie etwa drohende Fahrverbote, der Dieselskandal oder SUV wurden von den Teilnehmern dabei nur wenig bis überhaupt nicht thematisiert. „Offensichtlich handelt es sich hierbei überwiegend um eine Mediendebatte.“, vermutet der BFF-Fraktionsvorsitzende im Römer, Mathias Mund. „Vielmehr wollen die Bürger erfahren, wie es um das Angebot an Alternativen zum Auto insgesamt bestellt ist und warum die Politik den Ausbau der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur in den vergangenen Jahrzehnten in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet dermaßen sträflich vernachlässigt hat.“

Darüber hinaus wurden ganz konkrete Verkehrsprobleme benannt, die von Stadtteil zu Stadtteil völlig unterschiedlich sind. In der Kritik stand insbesondere die viel zu lange Realisierungsdauer für Verkehrsprojekte. Sieben Jahre für eine Blindenampel in Bergen-Enkheim, die seit den 1990er Jahren geplante nordmainische S-Bahn und der nach mehr als 30 Jahren immer noch nicht gebaute Radweg zwischen den Stadtteilen Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach waren hier die signifikantesten Nennungen. Aber auch gravierende Fehlentscheidungen – wie die willkürliche Sperrung des nördlichen Mainufers und die daraus resultierenden negativen Auswirkungen - kamen zur Sprache und sind für die Betroffenen nicht nachvollziehbar.

Das Resümee des Verkehrssoziologen Alfred Fuhr: „Die Bürger erkennen sehr schnell, wo etwas fehlt oder ein Problem auftritt. Dieses ‚Früherkennungsinstrument‘ wird von der Politik viel zu wenig genutzt. Dass die Bürger Für Frankfurt BFF andere Wege gehen und ihr Ohr dicht am Bürger haben, um deren Expertise in ihre politische Arbeit aufzunehmen, ist genau der richtige Weg.“