Nur BFF stimmten gegen die Mainkai-Sperrung!

Warnungen wurden von Regierungskoalition ignoriert

Durch den aus der Sperrung des nördlichen Mainufers für den Autoverkehr resultierenden Ausweichverkehr kommt es zu chaotischen Zuständen in Sachsenhausen, was zu massiven Bürgerprotesten führt.

Es ist deshalb daran zu erinnern, daß die Bürger Für Frankfurt BFF im Römer als einzige Fraktion die entsprechende Vorlage des schwarz-rot-grünen Magistrats im Stadtparlament vollumfänglich abgelehnt haben.

Die fatalen Folgen dieser von CDU, SPD und Grünen verantworteten und ebenso unsinnigen wie schädlichen Maßnahme hat der BFF-Fraktionsvorsitzende Mathias Mund in der Stadtverordnetenversammlung vom 27.06.2019 in einer sachlich begründeten Rede präzise vorhergesagt, was von der politischen Mehrheit jedoch leider ignoriert wurde.

Wir dokumentieren seine Rede hier im Wortlaut:
 

Stadtverordneter Mathias Mund, BFF:
 

Herr Vorsteher,

werte Kolleginnen und Kollegen!

Weder mit der Sperrung des nördlichen Mainufers noch durch den Ausbau des Radverkehrs zulasten des motorisierten Individualverkehrs wird der Stickstoffoxidausstoß gesenkt. Genau das Gegenteil ist der Fall. Egal ob verhindern oder verbieten, das reale Ergebnis von punktuellen Eingriffen ist meist nur das Verlagern. Aus der Verkehrsforschung stammt das schöne Wort Verkehrsverweilzeit. Im Gesamtsystem Stadtverkehr gibt es eine höchst anarchische freie individuelle Verweilzeit auf der Straße. Die Summe all dieser individuellen Zeit ist die Gesamtverweilzeit des gesamten Systems. Was im Einzelfall schnell erscheinen mag, ist für die Gesamtbetrachtung irrelevant. Was zählt, ist die Gesamtverweilzeit aller Teilnehmer des Stadtverkehrs, also Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und so weiter, die sich in diesem definierten Raum bewegen. Alleine diese einfache Erkenntnis macht klar, daß zum Beispiel die Sperrung des nördlichen Mainufers lediglich zu einer Verlagerung des Gesamtverkehrs führt. Die Uferstraße zwischen Alte Brücke und Untermainbrücke wird zwar vom Kfz-Verkehr entlastet, aber es muss klar sein, daß andere Straßen doppelt oder bis zum Zehnfachen belastet werden.

                              (Beifall)

Die 20.000 Fahrzeuge täglich werden auch weiterhin ihre bisherigen Ziele ansteuern, nur eben auf anderem Wege. Das ist keine Raketenwissenschaft. Staus entstehen, auch das ist eine simple Erkenntnis, weil zu viele Verkehrsteilnehmer unabgestimmt und plötzlich den gleichen Raum zur gleichen Zeit durchqueren wollen. Weil eine Ableitung des Verkehrs seitens der Koalition auch während der probeweisen Sperrung des Mainufers bewusst nicht vorgesehen ist, wird es genau dazu kommen, daß die Gesamtverweilzeit im Frankfurter Stadtverkehr steigen wird und damit auch die Schadstoff- und Feinstaubemissionen zunehmen werden. Das war der theoretische Teil.

Da es Schwarz-Rot-Grün aber nicht so mit der Wissenschaft hat, hier noch der praktische Teil. Eine probeweise Sperrung des nördlichen Mainufers ist völlig überflüssig. Haben wir diesen Zustand doch seit vielen Jahren mehrmals jährlich, gerade wieder aufgrund des Ironman an diesem Sonntag. Mein Weg mit dem Auto aus der Tiefgarage Dom Römer zu der Textilreinigung meines Vertrauens im Westhafen, regulär etwa vier Minuten, dauerte heute Morgen um ein Vielfaches länger, weil das nördliche Mainufer für den Ironman gesperrt war. Stau in der Fahrgasse von der Brönnerstraße bis zum Weckmarkt, Lkws, ein Gequetsche, ein Gedränge und nichts geht vorwärts, dann auf der Bethmannstraße hinter der Straßenbahn, Fußgängerüberweg zwischen Paulsplatz und Römerberg schwer zu überwinden. Zeitaufwand bis zu den Kornmarkt Arkaden zehn Minuten, das 2,5‑fache der sonst auf direktem Weg zum eigentlichen Ziel benötigen Zeit. Der Schadstoffausstoß dürfte sich aufgrund von Stop-and-go noch einmal deutlich mehr erhöht haben. Es gibt nur einen effektiven Weg, um den Schadstoffausstoß in dieser Stadt zu reduzieren: Sorgen Sie für fließenden Verkehr, Herr Oesterling.
 

Vielen Dank!

                              (Beifall)