Gesinnungsterror an der Goethe-Universität

Senat der Hochschule erfüllt Willen der militanten „Antifa“

An der Frankfurter Goethe-Universität darf künftig gemobbt und diskriminiert werden. Und die großen Alt-Parteien hüllen sich in Schweigen. Was früher das Werk einiger krimineller "Antifaschisten" war, rückt immer weiter in die Mitte der Gesellschaft. Nun hat auch die Leitung der Frankfurter Goethe-Universität diesem Treiben so weit nachgegeben, das es zur offiziellen Uni-Linie wird.

Zur Vorgeschichte: Ende Januar stürmte einer Gruppe Vermummter mit "Antifa"-Fahne eine Psychologie-Vorlesung. Im Hörsaal am alten Campus Bockenheim verteilten sie Flugblätter und lasen deren Inhalt vor. Weitere Flugblätter tauchten an vielen Stellen auf dem Campus Westend auf. Zudem wurden die darin enthaltenen Vorwürfe auch auf einschlägigen linken Seiten im Internet verbreitet.

In den Flugblättern wurde einer mit Foto abgebildeten Studentin vorgeworfen, in der "Identitären Bewegung" aktiv zu sein. Sie hätte an Demonstrationen teilgenommen und fahre "europaweit auf Konzerte der rechten Szene". Der Text endet mit dem drohenden Appell: "Nutzt die Chance, wenn ihr sie trefft, und zeigt ihr, was ihr von rechtsextremen AkteurInnen haltet!"

Die Täter haben sich nicht grundlos vermummt. Sie sind feige. Sie wollen sich vor der Verfolgung ihrer Taten schützen. Und sie wollen durch ihre Unerkennbarkeit bedrohen. Ihre kriminelle Botschaft lautet: Ich könnte der sein, der hinter Dir steht, wenn Du abends alleine über den Campus zur U-Bahn läufst.

Der linke Journalist Hanning Voigts, der stets durch einen sehr direkten Draht zur "Antifa" glänzt, wusste in der "Frankfurter Rundschau" bereits über weitere Projekte zu berichten: "Einige Studierende hätten deshalb sogar schon überlegt, eine Art Ausstellung über Ideologie und Symbole der rechten Szene zu erstellen." Man kann sich ausmalen, wie eine solche Propaganda- und Anprangerungsschau aussehen dürfte.

Das aktuelle Mobbing ist keinesfalls das erste im seit vielen Jahren von der linksradikalen Szene drangsalierten Universitätsbetrieb und dessen Umfeld. Im November 2018 erst wurden in Bockenheim von Vermummten Flugblätter gegen einen jungen Erziehungswissenschaftler in Briefkästen verteilt, der in der AfD engagiert ist. "AfD-Rassist in Bockenheim", hieß es darin, neben seinem Foto und seiner Adresse.

Anfang 2018 schürte auf Facebook eine Gruppe "Antifa Kampfausbildung" die Angst vor angeblichen "rechten" Vergewaltigern an der Frankfurter Universität. Die Gruppe trat unter dem Symbol einer Zwille an, mit der man Steine oder Nägel auf Menschen schießen kann:

"An der Goethe-Universität Frankfurt kommt es in den letzten Jahren verstärkt zu sexuellen Übergriffen auf Frauen." Die Schuld an diesen Übergriffen wurde in perfider Weise Männern der "Identitären Bewegung" unterstellt. Aufhänger waren einige länger zurückliegende Seminare von "Pick-up-Artists", in denen schüchterne Männer lernen sollen, bessere Verführer oder Casanovas zu werden: "Dieses Spektrum, dem auch das Führungsmitglied der Identitären Bewegung (...) entspringt, ist zwar nicht einheitlich, jedoch in jedem Fall sexistisch und antifeministisch. In den härteren Auslegungen wird der Konsens für sexuelle Handlungen ignoriert und in einigen Fällen sogar explizit die Vergewaltigung empfohlen."

Die an der Frankfurter Universität offenbar vorgekommenen Verfolgungen oder körperlichen Belästigungen von Frauen wurden also dem ideologischen Muster der feministischen "Antifa" entsprechend einer "rechten" Gruppe bzw. "Sexisten" zugeschoben. Auch die Annäherungsversuche eines Dozenten gegenüber zwei Studentinnen wurden von der Gruppe breit dargelegt und hätten zu einer Kundgebung mit "über 300 TeilnehmerInnen gegen sexuelle Gewalt, Ausnutzung von Machtpositionen und für einen besseren Opferschutz von Seiten der Universitätsleitung" geführt. Obwohl die Gruppe selbst zugeben musste, dass nichts strafrechtlich Relevantes vorgefallen war.

Um eine vermeintlich weitere Feindgruppe ausmachen zu können, berichtete "Antifa Kampfausbildung" auch davon, dass es "vor dem Wohnheim der katholischen Theologie verstärkt zu Übergriffen"  gekommen sei, "was einem bestimmten Täter(kreis) zuzurechnen ist". Wie kann es auch anders sein. Sexualstraftäter sind im Weltbild Frankfurter "Antifas" und linker Feministinnen selbstverständlich Rechte, Katholiken und weiße Dozenten, die in ihrer WG mit dem Handtuch um die Hüften herumlaufen.

Auf diese Weise kann man bequem die ideologisch verklebten Augen verschließen vor den realen Tätern, die dann auch mit keiner Silbe erwähnt werden. Denn der 2018 für mehrere tatsächlich erfolgte nächtliche sexuelle Übergriffe an der Universität verurteilte Straftäter war ein erst zwei Jahre in Deutschland lebender Mann aus Indien, der in einem Frankfurter Gastronomiebetrieb arbeitete. Weder war er Identitärer, noch Katholik, noch Mitglied eines deutschen Flirt-Seminars gewesen.

In einem solchen Klima der linken Feindbildmarkierung und des Mobbings, entschloss sich die "Grüne Hochschulgruppe" einen Schritt weiter zu gehen und das Verfahren zu institutionalisieren. Ihr Sprecher Ben Seel präsentierte die Pläne breit lächelnd der Presse. Das Interview ist ein anschauliches Beispiel für die Denkmuster und den geistigen Zustand vieler heutiger Linker. Der Student der Politischen Theorie war zuvor bereits in der "Grünen Hochschulgruppe Heidelberg" Mitglied. Bereits dort war er im Senat, in der Fachschaftskonferenz und in Baden-Württemberg als Beauftragter des Landevorstands von Campusgrün aktiv. Knapp, und zwar an einer Stimme, scheiterte er bei der Listenaufstellung der "Grünen" zur letzten Landtagswahl.

In seinem Interview mit dem Boulevard-Blatt "Extra-Tipp" gab Seel nun tiefe Einblicke in die Geisteswelt eines Frankfurter Studenten der Politikwissenschaft. Schon die erste Antwort Seels präsentiert sich als ideologisch motiviertes Framing: "Ich glaube, es gibt in der ganzen Gesellschaft Probleme mit Menschen, die rechte und menschenfeindliche Einstellungen haben. Das nimmt durchaus zu. Dabei ist die Universität natürlich kein Raum, der sich von diesen Entwicklungen abschirmen kann. Deswegen ist es so wichtig, sich mit diesem Phänomen zu beschäftigen und sich konzeptionell vorzubereiten, um eine Struktur anbieten zu können, die Studenten aber auch Lehrende vor Erfahrungen mit organisierten extremen Rechten schützt."

"Rechte" Einstellungen werden als "Problem" und als "Menschenfeindlichkeit" eingeführt. Dann wird eine "Zunahme" behauptet. Und diese Entwicklung wird als Gefahr dargestellt, vor der man Studenten und Lehrende zu "schützen" habe. Dass man ebenso auch "grüne" und linke Einstellungen als Problem und menschenfeindlich wahrnehmen könnte, und davor Schutz suchen müsste, bleibt völlig ausgeklammert.

Um die "Gefahr" zu untermauern, verweist Seel auf angebliche Vorfälle an der Universität Halle: "Man braucht nur an die Universität nach Halle schauen, wo es sogar zu physischen Übergriffen gekommen ist." Dass physische Angriffe zum Repertoire der linken "Antifa" unter anderem auch in Frankfurt sowie auch an der Hochschule gehören, verschweigt er. Es sei nur daran erinnert, dass vor einigen Jahren das Büro des RCDS auf dem Universitätsgelände von linken Kriminellen verwüstet wurde.

Seel weiter: "Ich glaube, man fühlt sich ein bisschen als der Raum der offenen Debatte, der der Menschenfeindlichkeit die Maske herunterreißen kann. Viele Universitäten sind lange in diesem Gefühl verharrt, dass das ausreichen würde. Es zeigt sich nun aber, dass sich immer mehr Fakultäten aktiv Gedanken machen, weil klar wird, dass ein aufklärerisches Selbstverständnis nicht ausreicht, um immun zu sein gegen rechte Interventionen. "

Nicht vermummte Mobber sind also die "Menschenfeinde", sondern zum Beispiel die einzelne Studentin mit der "falschen" Gesinnung. Und gegen solche reiche nun kein "aufklärerisches Selbstverständnis" mehr, um "immun zu sein". Seel lässt offen, was für Maßnahmen jenseits der linken "Aufklärung" er sich vorstellt. Doch es braucht nicht sehr viel Phantasie dazu, sich diese auszumalen.

Einen Anfang soll die strategische linke "Meldestelle" machen: "Wenn einem Studenten etwas auffällt, wenn er rechte Symbole oder Ähnliches entdeckt, hat er dort eine Anlaufstelle, die schnell reagieren soll." Das "rechte Symbol" oder "Ähnliches" soll im Zuge der Gesinnungs-"Überwachung" gemeldet und durch schnelle Reaktion "gesäubert" werden. Links darf natürlich jede noch so menschenverachtende Parole öffentlich gezeigt werden, ohne dass Seel und seine Meldestelle daran Anstoß nehmen.

Seel weiter: "Der Schutz der offenen Debatte reicht jedenfalls nicht aus. In der wissenschaftlichen Diskussion gelten Regeln. Man muss an der Wahrheit interessiert sein und bei den Fakten bleiben. Das wissenschaftliche Gespräch verträgt strategische Intervention nicht, die das Ziel haben, neue Anhänger einer rechten Ideologie zu gewinnen. Falls ihnen das gelingen sollte, wobei ich optimistisch bin, dass sie das nicht schaffen, etwa militant gegenüber Andersdenkenden und Andersaussehenden aufzutreten und sich das verbreiten würde, dann verroht leicht eine ganze Gesellschaft."

Seel behauptet also - wenn auch durch die Blume - allen Ernstes, dass "Grüne" und "Linke" im Gegensatz zur politischen Rechten "an der Wahrheit interessiert" seien und stets "bei den Fakten" blieben. Der wissenschaftliche Diskurs vertrage deshalb keine "strategische Interventionen" (rechter/konservativer) Andersdenkender und Andersaussehender (z.B. mit den falschen Symbolen an der Kleidung), da dadurch "Verrohung" entstünde. Und letztere werde natürlich nicht durch vermummte Aktivisten befördert.

Provokationen gehen eben immer nur von "rechts" aus. "Grüne" und Linke provozieren nie. Es ist ein plumpes "Gut-Böse"-Schema ohne einen Funken kritischer Selbstreflexion, das Seel da absonderte. Nun könnte man es als Verirrung bestimmter Geister abtun, wenn nicht dieses Gedankengut längst in die Mitte der Gesellschaft gewandert ist. Sprich: Die Universitätsleitung stellt sich nicht hinter die Opfer des Mobbing-Versuchs, sondern bestärkt die Täter in ihrem Tun.

Hanning Voigts konnte jedenfalls Mitte Februar in der "Frankfurter Rundschau" vermelden, dass nun die Goethe-Universität nicht etwa ein Konzept zum störungsfreien Ablauf ihrer Veranstaltungen erarbeiten will. Nein sie will ein "Konzept zum Umgang mit Rechtsextremen auf dem Campus erarbeiten". So habe sich, laut Angabe von Olaf Kaltenborn, der Sprecher der Hochschule, der Senat der Universität "mehrheitlich einem Vorschlag der Grünen Hochschulgruppe angeschlossen, ein Maßnahmenpaket gegen rechte Ideologien und rechtsextreme Akteure an der Universität zu erstellen".

Es soll eine eigene Arbeitsgruppe zu Entwurf eines "Konzepts gegen Menschenfeindlichkeit und extreme Rechte" gebildet werden. Es soll ein Leitfaden zum "Umgang mit Personen" entwickelt werden, die "durch menschenfeindliche Ideologien und Handlungen auffallen". Das heißt im Klartext, jeder, der den Vorgaben der linken Ideologie widerspricht, ist per se verdächtig und kann mit Sanktionen belegt werden. Hierfür soll es eine "zentrale Meldestelle", eine "Task Force" geben.

Somit ist ein weiterer Schritt in eine linke Gesinnungsordnung gemacht, deren Säuberungswünschen letztlich Aufklärung, freie Lehre und der Austausch unterschiedlicher Meinungen geopfert werden. Die Opfer werden Studenten sein, die sich in irgendeiner Weise abweichend vom linken Konsens äußern und betätigen. Sie können fortan gemeldet werden, müssen mit negativen Reaktionen von Kommilitonen rechnen, möglichenfalls mit Benachteiligungen von Seiten der Lehrkräfte oder gar mit der Gewalt Vermummter.

Der "Grüne" Ben Seel teilte der Presse seine unverhohlene Freude über die Entscheidung des Senats mit. Und die Parteien im Römer? Sie schweigen.


Marlis Lichtjahr