BFF: Intelligente Verkehrsführung statt Tempo 40

Nutzen des neuen Schilderwaldes fraglich

BFF-Fraktion - Mitteilung 89-2020
 
Pünktlich zum Nikolaustag hat Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) die Rute ausgepackt und damit begonnen, bereits drei Wochen vor dem ursprünglich geplanten Start am 01.01.2021, den motorisierten Verkehr innerhalb des Anlagenrings mit einer Tempobeschränkung auf „Tempo 40“ zu gängeln.

Inwieweit diese Maßnahme jedoch dazu tauglich ist, das erhoffte Ziel einer Reduzierung der Schadstoffbelastung in der Innenstadt zu erreichen und damit ein drohendes Dieselfahrverbot abzuwenden, muss ernsthaft bezweifelt werden.

Der verkehrspolitische Sprecher der Bürger Für Frankfurt BFF, Thomas Budenz, äußert sein Unverständnis darüber, dass der motorisierte Individualverkehr jetzt durch ein willkürliches Tempolimit zusätzlich gebremst wird, anstatt innovative und intelligente Wege in der Verkehrsführung zu beschreiten, die auch tatsächlich dazu geeignet sind, die hohe Schadstoffbelastung in der Innenstadt zu reduzieren.

„Im Gegensatz zu Frankfurt setzen andere deutsche Großstädte wie etwa Hamburg oder München auf intelligente Lösungen und eine netzadaptive Steuerung der Verkehrsströme. Das heißt, dass über Echtdaten die aktuelle Verkehrslage berücksichtigt wird und z. B. Ampelphasen alle zwei bis drei Minuten neu berechnet werden, damit der Verkehrsfluss gewährleistet ist.“ führt Budenz aus.

„Denn der Schadstoffausstoß ist im Stop-and-go und im Stau am höchsten. Und ob Tempo 40 bei einer ohnehin nur erreichten Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 30 km/h daran etwas ändern wird, muss doch stark bezweifelt werden.“

Die Forderung des BFF-Mannes lautet daher: „Auch der motorisierte Individualverkehr muss fließen, denn die individuelle Verweildauer im Gesamtverkehrssystem muss gesenkt werden. Diese Maxime sollte grundsätzlich für alle Verkehrsteilnehmer gelten, unabhängig davon, ob sie zu Fuß, als Fahrradfahrer, mit dem KfZ oder dem ÖPNV unterwegs sind.“

Der BFF-Stadtverordnete hat deshalb für die nächste Stadtverordnetenversammlung am 10. Dezember eine Anfrage zur neuen „Tempo 40“ Regelung an den Verkehrsdezernenten gerichtet. „Frankfurt könnte im Bereich der Verkehrssteuerung Innovationsführer sein. Stattdessen wird in die Mottenkiste gegriffen und der Schilderwald noch weiter ausgeweitet. Doch der müsste dringend gelichtet werden, damit es für die Verkehrsteilnehmer übersichtlicher wird.“, so das abschließende Fazit von Budenz.