Corona-Ausbruch wegen gemeinsamem Fastenbrechen?

BFF-Fraktion: Infektionsfälle in Asylunterkunft werfen Fragen auf

BFF-Fraktion - Mitteilung 38-2020
                                                                               
Am Mittwoch, dem 20. Mai 2020 wurde bekannt, dass in einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete im Stadtteil Bockenheim 65 Bewohner und zwei Mitarbeiterinnen positiv auf Covid-19 getestet wurden, nachdem ein infizierter Mann Symptome entwickelt hatte. In einer Meldung auf dem Internetportal „hessenschau.de“ vom gleichen Tag heißt es dazu, dass „sich die überwiegenden muslimischen Männer offenbar beim gemeinsamen Fastenbrechen infiziert“ haben.

Diesbezüglich haben die Bürger Für Frankfurt BFF im Römer eine dringliche Anfrage an den Magistrat gerichtet, mit der die Hintergründe zu dieser Masseninfektion in einer Asylunterkunft aufgeklärt werden sollen.

Insbesondere möchte die BFF-Fraktion in Erfahrung bringen, warum in einer Frankfurter Flüchtlingsunterkunft das gemeinsame Fastenbrechen einer offensichtlich großen Zahl von Personen möglich war, während das öffentliche Leben sowie die individuellen Freiheitsrechte der Bevölkerung durch die Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung (CoKoBeV) weitgehend reguliert und eingeschränkt wurden.

Unverständlich ist aus Sicht der Bürger Für Frankfurt BFF ebenfalls, dass das Frankfurter Gesundheitsamt erst nach Bekanntwerden dieser Masseninfektion das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Verlassen des Zimmers in Gemeinschaftsunterkünften angeordnet hat, obwohl dies in Hessen bereits seit dem 27. April 2020 in vielen Fällen verpflichtend und in Situationen, in denen „Maßnahmen der physischen Distanzierung nur schwer eingehalten werden können“, dringend empfohlen ist.

Und schließlich soll der Magistrat darüber Auskunft geben, ob das Stadtgesundheitsamt die direkten Kontakte der 67 mit dem Coronavirus infizierten Bewohner und Mitarbeiter außerhalb der Asylunterkunft systematisch nachverfolgt hat und in welchem Umfang dabei weitere Infektionsketten festgestellt wurden.

Der Vorsitzende der BFF-Fraktion im Römer, Mathias Mund, stellt hierzu fest: „Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Einschränkungen und Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie zumindest in dieser fraglichen Asylunterkunft nicht eingehalten wurden. Das ist für all diejenigen unerträglich, die sich bislang diszipliniert an die Abstands- und Hygieneregeln gehalten und unter den wirtschaftlichen und psychosozialen Auswirkungen des Lockdowns zu leiden haben. Der Magistrat ist verpflichtet dafür zu sorgen, dass es in Frankfurt keine Zweiklassengesellschaft aufgrund von Privilegien oder falsch verstandener Nachsicht für Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften gibt – auch und gerade nicht in der Corona-Pandemie.“