Frankfurter AWO-Sumpf immer tiefer und teurer

Neue Führung deckt korrupte Strukturen

BFF-Fraktion - Mitteilung 71-2020

Es ist keine Überraschung: Der in der Frankfurter AWO angerichtete Schaden wird immer höher, der derzeitige Zwischenstand beläuft sich auf 6,3 Millionen Euro. Doch das ist selbst nach Meinung der neuen Frankfurter Führung des Sozialkonzerns noch nicht das Ende der Fahnenstange, mit einer höheren Summe ist also zu rechnen.  Nach wie vor völlig unklar ist die Höhe des finanziellen Schadens, der der Stadt Frankfurt durch die AWO-Machenschaften entstanden ist.

Nach den kritischen Äußerungen des Leiters des städtischen Revisionsamtes über fehlende Kooperationsbereitschaft der AWO-Führung ist es sehr aufschlussreich, wie sich nun sowohl das von der CDU-geführte Sozialdezernat wie auch das SPD-geführte Bildungsdezernat äußern: Beide Dezernate wiegeln nämlich ab. Das dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass in beiden Dezernaten die Vergabe von Steuergeldern an die AWO offenbar äußerst mangelhaft kontrolliert wurde. Im Gegensatz zu den betroffenen Dezernaten hat die Fraktion der Bürger Für Frankfurt BFF im Römer jedoch volles Vertrauen in das - parteipolitisch unabhängige - städtische Revisionsamt und seinen Leiter.

Der Frankfurter AWO-Sumpf ist nicht nur teuer, er bleibt auch tief. Denn trotz jüngster Kritik aus den Reihen von Mitarbeitern des Sozialkonzerns an unveränderten personellen Missständen und Strukturen in der Frankfurter AWO verteidigen sowohl der neue Vorstandsvorsitzende Steffen Krollmann als auch die Präsidiumsvorsitzende Petra Rossbrey die Weiterbeschäftigung von Personen, die in die korrupten Strukturen ihrer Vorgänger verwickelt waren und von diesen begünstigt wurden. Nirgendwo wäre aber ein konsequentes und schonungsloses Aufräumen notwendiger als im Frankfurter Kreisverband der AWO.

Die BFF-Fraktion erinnert deshalb noch einmal mit Nachdruck an ihren von der Koalition aus CDU, SPD und Grünen abgelehnten Antrag zur Einberufung eines Sonderausschusses der Stadtverordnetenversammlung zur politischen Aufklärung des AWO-Skandals.  Die Verhinderung dieser Aufklärung ist gegen das Interesse der Bürger und gegen das Interesse der Stadt Frankfurt gerichtet. Denn nicht zuletzt stellt sich auch die Frage, inwieweit eine weitere Zusammenarbeit der Stadt Frankfurt mit der AWO überhaupt noch zu rechtfertigen ist. Eine klare Antwort der Verantwortlichen im Magistrat hierauf ist aus Sicht der Bürger Für Frankfurt BFF längst überfällig.