SPD-Fraktion missbraucht Samson AG für ihre Zwecke

BFF: Vertrauensvolle Gespräche mit der Stadtpolitik so nicht möglich

BFF-Fraktion - Mitteilung 78-2020

Mit Schreiben vom 24. September 2020 erhielten die im Frankfurter Römer vertretenen Fraktionen eine Einladung zum persönlichen Treffen mit dem Vorstand der Samson AG. Die international agierende Unternehmensgruppe, die im Bereich der Mess- und Regeltechnik und als Anbieter von Prozesstechnologie tätig ist, beschäftigt weltweit insgesamt 4.500 Mitarbeitern, von denen rund 2.000 in Frankfurt am Main angesiedelt sind. Inhalt des Gesprächs, so wurde es auch bereits in dem Einladungsschreiben präzisiert, sollten die „aktuellen Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung von SAMSON in Frankfurt oder an einem anderen Standort“ sein.

Daraufhin konnten sich die Bürger Für Frankfurt BFF als erste Römer-Fraktion am Donnerstag, dem 22. Oktober 2020 im Laufe des Vormittags ein umfassendes Bild davon machen, mit welchen Problemstellungen und Herausforderungen sich das Frankfurter Traditionsunternehmens am gewachsenen Standort im Osten von Frankfurt seit geraumer Zeit konfrontiert sieht. Ein vertraulicher Umgang mit den Gesprächsinhalten wurde von der BFF-Fraktion selbstverständlich zugesagt, die PowerPoint-Präsentation war seitens Samson zudem mit dem Vermerk „Strictly confidential“ klassifiziert.

Mit so viel Diskretion werden vertrauensvolle Gespräche zur weiteren Entwicklung eines Unternehmens in Frankfurt jedoch ganz offensichtlich nicht von allen im Stadtparlament vertretenen Fraktionen behandelt. Die SPD-Fraktion im Römer jedenfalls gab dazu postwenden eine Pressemitteilung heraus, in der sie sich alarmiert von den Plänen der Samson AG zeigt, auch alternative Standorte zu prüfen. Daraufhin sah sich das Unternehmen genötigt, selbst eine Verlautbarung herauszugeben.

„Das ist ein eklatanter Missbrauch der Standortfrage eines Unternehmens für die eigenen politischen Zwecke und zugleich ein Vertrauensbruch gegenüber der Samson AG. Vertrauensvolle Gespräche mit der Stadtpolitik sind so nicht möglich und werden dadurch für die Zukunft erschwert.“ zeigt sich der BFF-Fraktionsvorsitzende, Mathias Mund, entsetzt. „Man sollte es einem Unternehmensvorstand schon selbst überlassen, wann und in welcher Form er mit seinen Überlegungen zur weiteren Unternehmensentwicklung an die Öffentlichkeit tritt.“

 

„Das Vorgehen der SPD-Fraktion im Römer zeigt wieder einmal, wie dilettantisch und unüberlegt große Teile der Frankfurter Politik in für die Stadt wichtigen Zukunftsfragen agieren.“, stellt auch die wirtschaftspolitische Sprecherin der BFF-Fraktion, Ingeborg Leineweber, fest. „Zumal die SPD mit dem Verkehrs- und Planungsdezernenten zwei Schlüsselpositionen im Magistrat besetzt, die zur Lösung der Probleme von Samson am derzeitigen Standort schon längst hätten beitragen können. Der hier von der SPD an den Tag gelegte Alarmismus ist in höchstem Maße selbstentlarvend und schädlich für Frankfurts Reputation als Wirtschaftsstandort.“