Stadt Frankfurt sendet völlig falsche Signale

BFF: Wertschätzung für Berufstätige statt leerer Dankesworte

BFF-Fraktion - Mitteilung 26-2020

Zwei Mitteilungen lassen heute aufhorchen: Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) will ab Montag, dem 30. März U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse in Frankfurt nur noch in einem erweiterten Sonntagsfahrplan verkehren lassen. Und in der Mitarbeiter-Cafeteria im Höchster Klinikum gibt es seit Mittwoch kein warmes Essen mehr.

„Dass diejenigen Berufstätigen, die in der Corona-Pandemie systemrelevant sind und unter erschwerten Bedingungen weiterhin ihrer Arbeit nachgehen, jetzt auch noch zusätzlichen Infektionsgefahren in vollen oder möglicherweise überfüllten U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen ausgesetzt werden sollen, ist unverantwortlich.“ stellt die verkehrspolitische Sprecherin der BFF-Fraktion im Römer, Ingeborg Leineweber, fest. „Hinzu kommt, dass gerade Kranken- und Pflegepersonal im Schichtdienst tätig sind. Aber auch die derzeit besonders belasteten Angestellten im Lebensmitteleinzelhandel sind davon besonders betroffen, weil sie aufgrund der Ladenöffnungs- bzw. -schlusszeiten häufig in den Randzeiten unterwegs sind. Der Weg zur Arbeit und zurück verlängert sich für sie dadurch deutlich, ebenso wie für alle anderen auch, die zu früher oder später Stunde unterwegs sein müssen.“

Die Bürger Für Frankfurt BFF lehnen daher eine Ausdünnung des Angebotes im Frankfurter ÖPNV ab und fordern, dass der Fahrplan für U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse auch weiterhin in gewohntem Umfang aufrechterhalten wird – zum Schutz der Gesundheit aller Fahrgäste, aber auch der Busfahrer.

Auch die Entscheidung am Höchster Klinikum, für die Mitarbeiter kein warmes Essen mehr anzubieten, ist aus Sicht der Bürger Für Frankfurt BFF ein völlig falsches Signal. „Damit werden diejenigen, die in dieser Krise unermüdlich für die Gesundheit der Menschen in unserer Stadt arbeiten und dabei ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, auch noch bestraft.“, so der sozialpolitische Sprecher der BFF-Fraktion im Römer, Patrick Schenk. „Das Angebot einer warmen Mahlzeit durch den Arbeitgeber stellt doch gerade in diesen schwierigen Zeiten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Mitarbeiter dar. Sollen die jetzt auch noch nach ihrer harten Arbeit zuhause kochen müssen?“ fragt er und merkt an, dass die meisten Firmenkantinen das übliche Speisenangebot weiter beibehalten. „Viele haben sich bereits auf die Mitnahme der Speisen in  Mehrwegboxen eingestellt, um zusätzlichen Abfall zu vermeiden.“, so Schenk.

„Leere Dankesworte seitens der Stadtpolitik helfen nicht weiter - schon gar nicht, wenn sie mit solchen völlig falschen Maßnahmen konterkariert werden.“, fasst der BFF-Fraktionsvorsitzende Mathias Mund zusammen. Und ein ganz persönliches Anliegen hat er auch noch: Dass das Frankfurter Ordnungsamt die Ahndung von Verstößen gegen das für Stadttauben geltende Fütterungsverbot während der Corona-Pandemie aussetzt. „Nicht nur die Menschen, auch die Tiere leiden unter den Folgen dieser Krise. Die Stadttauben finden in Zeiten leerer Innenstädte keine Nahrung mehr – da muss der Tierschutz Vorrang haben.“, so Mund.