U4-Lückenschluss verzögert sich immer weiter

Umgang mit Vorschlägen zur Trassenführung nicht nachvollziehbar

BFF-Fraktion - Mitteilung 73-2020

Jetzt ist eine weitere, für die Stadtentwicklung in Frankfurt wegweisende Entscheidung von der schwarz-rot-grünen Koalition und dem von ihr geführten Magistrat auf einen unbestimmten Zeitpunkt nach der Kommunalwahl verschoben worden: der U4-Lückenschluss zwischen Bockenheim und Ginnheim, dessen Realisierung im Jahr 2006 schon einmal neuen politischen Mehrheiten zum Opfer gefallen war.

Nach intensiver Befassung mit den im Februar dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellten Streckenvarianten hatten die Bürger Für Frankfurt BFF bereits Mitte Mai eine fünfteilige Antragsserie mit dem Titel „Lückenschluss der Stadtbahnlinie U4 als städtebauliche Großchance“ in das Stadtparlament eingebracht. Dabei wurden sowohl die aus der Bürgerschaft vorgetragenen Einwendungen und Wünsche als auch konkrete Anregungen - insbesondere aus den Ortsbeiräten 2 und 9 - berücksichtigt.

Das umfassende Konzept und sämtliche darin enthaltenen Vorschläge der BFF-Fraktion wurden seinerzeit von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) reflexartig als „kompletter Unfug“ abgetan. Von Seiten der Regierungskoalition, aber auch der Presse, wurde konstatiert, die Anträge der Bürger Für Frankfurt BFF kämen „zu spät“, um bei den Prüfungen noch berücksichtigt zu werden.

„Dass jetzt - immerhin fast ein halbes Jahr später - noch ein Vorschlag der Grünen in die Prüfung mit einbezogen werden soll, der keine neuen Ideen, sondern lediglich neue Fragen aufwirft, spricht den im Mai getätigten Aussagen von Verkehrsdezernat und Presse Hohn. Zumal es Fragen sind, die sich am Ende möglicherweise gar nicht stellen, sollte das bereits in Auftrag gegebene Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass eine Untertunnelung für die Bäume im Grüneburgpark unschädlich ist.“, so Marc Hense, der für die BFF im Ortsbeirat 9 sitzt. „Die bereits im Mai dieses Jahres vorgestellten Vorschläge der Bürger Für Frankfurt BFF hingegen schaffen einen deutlichen Mehrwert, da sich dadurch der Nutzen des gesamten Stadtbahnsystems deutlich erhöht.“

Und der BFF-Vertreter im Ortsbeirat 2, Knut Emmert, führt aus: „Die von uns vorgeschlagene Verknüpfung des U4-Lückenschlusses mit der A-Linie hätte in jedem Fall eine Prüfung auf Machbarkeit und Kosten verdient. Denn dadurch könnten zusätzliche Streckenvarianten und Ausweichmöglichkeiten geschaffen werden, die beide Strecken attraktiver machen und vor allem das Zentrum, insbesondere die Hauptwache, entlasten.“

Fazit von Thomas Budenz, dem verkehrspolitischen Sprecher der BFF-Fraktion im Römer: „Der Verkehrsdezernent denkt nur in sehr engen Bahnen und das scheinbar auch nur oberirdisch, damit er genug Licht hat. Wer aber ein Untergrundbahnsystem nur in einer Dimension denkt, schöpft das Potential desselben nicht annähernd aus. Es ist einfach nicht nachvollziehbar, dass eine Prüfung unserer Vorschläge so brüsk abgelehnt wurde, der substanzlose Vorschlag der Grünen jetzt aber einer solchen unterzogen werden soll und sich dadurch die Entscheidung über die Trassenführung immer weiter verzögert.“